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Erika Giovanna Klien Vienna & New York 1900-1957 (2001)
Die 1900 in Borgo Valsugana geborene Erika Giovanna Klien ist eine der schillerndsten Künstlerinnen der ersten Jahrhunderthälfte. Ihr Werk gilt zurecht als der bedeutendste Beitrag zur avantgardistischen Kunst in Österreich. Der von Erika Giovanna Klien und anderen jungen Künstlern an der Wiener Kunstgewerbeschule, der heutigen Universität für angewandte Kunst, unter Prof. Cizek entwickelte Kinetismus ist eine eigenständige Synthese aus Anregungen, die auf den Kubismus, Futurismus und Konstruktivismus zurückgehen.
Als Person entspricht Erika Giovanna Klien dem Typus der modernen, am Zeitgeschehen orientierten und aktiven Künstlerin, wie er sich vor allem in der russischen Avantgarde der 20er Jahre ausgebildet hat. Abenteuerlich sind der Gang ihres Lebens und die Entwicklung bzw. das Schicksal ihres Werkes. Rhythmus und Bewegung sind für sie zeitlebens wesentliche bildnerische Ausdrucksformen. Vogelflug, Menschen bei der Arbeit, Subway, Natur und Großstadt, organische Strukturen und Technik sind die Themen, die sie umkreist. Klien wird in ihrer Arbeit auch von Musik, Theater und Tanz beeinflusst; wie selbstverständlich weitet sie ihre künstlerische Auseinandersetzung auf Reklame, Plakate, Bücher und Briefmarken aus. 1926 ist sie mit einigen Arbeiten bei der International Exhibition of Modern Art in New York vertreten. 1929 übersiedelt sie nach New York. Neben ihrer Lehrtätigkeit an verschiedenen, z.T. sehr renommierten Schulen entwickelt Klien in New York einerseits die Ideen des Kinetismus weiter, andererseits nimmt sie Anregungen der mexikanischen Muralisten auf. Klien stirbt 1957 in New York. Unbekannt, vergessen. Sie hinterlässt ein beeindruckendes Lebenswerk, das erst in den späten Sechzigerjahren wiederentdeckt wird. 1975 erfolgt eine erste Ausstellung in Wien in der Galerie Pabst. 1987 zeigt das Museum moderner Kunst Wien eine Retrospektive. Ende 1999 kommt es in der Staatsgalerie moderner Kunst München zu einer Ausstellung von Gemälden und Zeichnungen der Künstlerin. Mit 75 ausgewählten Arbeiten aus der Wiener und aus der New Yorker Periode weist die Ausstellung des Jahres 2001 auf den der Künstlerin gebührenden Stellenwert in der Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts hin.
Eine Ausstellung der Universität für angewandte Kunst Wien (25. Jänner - 8. April 2001), des MUSEION Bozen (20. April - 3. Juni 2001) und des Rupertinum Salzburg (Juni 2001). Aus diesem Anlaß ist bei HatjeCantz eine Monographie zum Werk der Künstlerin mit Texten von Dieter Bogner, Bernhard Leitner, Andreas Hapkemeyer und L.W. Rochowanski erschienen.
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